Mit dem Rad zur Arbeit: 2 Monate und 295 Kilometer später

Strecke
Strecke

Ein Bericht von Gastbloggerin Alina

 

Seit 2 Monaten fahre ich nun jeden Tag 15 km mit dem Rad zur Arbeit. Für die Kopfrechner unter euch: Ich arbeite nicht nur 10 Tage im Monat. Der Mai hatte außer Feier- auch jede Menge Regentage…

 

Fast genauso lange hat es gedauert, meine persönliche Lieblingsroute zu finden und dann kam vor ein paar Tagen diese Meldung, die im ganzen Champions League Final-Gedöns einfach unterging: Google Maps kann nun auch Fahrradrouten berechnen!

 

 

Wie es jeder tun würde, habe ich direkt meinen Heimat- und Arbeitsort zu Testzwecken eingetippt und tatsächlich schlägt Google mir genau meine mühselig erforschte Route vor.

Man muss sich meine Route so vorstellen: Sie ist keine ausgewiesene Radroute sondern beginnt im prärieähnlichen Nirwana, durchquert Wohnsiedlungen, für die „sozialer Brennpunkt“ nicht mehr ausreicht und endet in einem Büroviertel, in dem das einzige „pulsierende“ die Halsschlagadern der Parkplatzsuchenden sind.

 

Kurz kam ich ins Grübeln: Ob Google sich meine Route von meinem täglichen Radfahr-App… aber ich will ja nicht rumnörgeln! Das Tool funktioniert und das ist die Hauptsache.

Und wo ich schon gerade dabei bin, gleich noch ein paar Tipps & Tricks für alle angehenden Großstadtradler:

-       Nicht an sich selbst zweifeln, wenn man für die Fahrradroute, die man seit Wochen jeden Tag fährt, 15 Minuten länger braucht, als Neunmalklug-Google behauptet.

-       Radrouten die in Tiefgarage oder Fahrstuhl enden, lassen sich nicht per Smartphone speichern oder posten und sind für immer verloren (ärgerlich für Statistik-Fans und Kalorienzähler).

-       Wer auf seinem Weg ständig auf taube Ohren stößt, sollte über Alternativen zur Fahrradklingel nachdenken: Posthorn, Hupe, Megafon. Auch ein Ghettoblaster lässt sich mit etwas Geschick an den Dynamo anschließen…

-       Man mag es kaum glauben, aber obwohl man den Boden nicht berührt, ist nicht jedes Schuhwerk zum Fahrrad fahren geeignet. Wer nicht ständig Wechselschuhe mitschleppen will, kann einen Aktenschrank zum Schuhschrank umsortieren. Das schafft auch gleich mehr Platz für neue Schuhe zu Hause!

 

Die meisten werden sich wieder erkennen: Statt einfach mit dem guten Vorsatz zu beginnen (mehr Sport treiben, gesund essen, etc.), legt man sich erst einmal die komplette Profiausrüstung zu (Pulsmesser, Nahrungsergänzung für Hochleistungssportler, Diät-Shakes und Saftpressen).

 

Für alle, die nicht vor haben in den Wettkampfsport einzusteigen, sich aber zu Motivationszwecken das eine oder andere Zubehör kaufen wollen, hier meine Erfahrung:

Grundsätzlich lohnt es sich diese Tage, die Wochenprospekte der Discounter zu beobachten für Zubehör. Oft werden die Preise in der Folgewoche nochmals reduziert.

 

Am Fahrrad selbst sollte man jedoch nicht sparen. Wie viel man für ein „gutes“ Rad ausgeben sollte, hängt natürlich von den eigenen Ansprüchen ab. Man sollte sich nicht von irgendwelchen „Expertentipps“ in Foren verunsichern lassen und in jedem Fall das Rad Probe fahren, was im Baumarkt schon nicht möglich ist.

do's und dont's

Das lohnt sich

Kann man sich sparen

Sportkleidung in leuchtenden Farben, senken das Risiko über den Haufen gefahren zu werden von 100 % auf gefühlte 80 %.

Praktisch alles was mit Funktions- oder Trekking- beginnt.

Gepäckträgertaschen. Für alle die Ihr Gepäck nicht nach jedem Schlagloch einsammeln oder auch mal Tagesausflüge unternehmen möchten.

GPS-Fahrradnavi, ist entweder teuer bei Anschaffung oder sobald man jede Karte einzeln nachkaufen muss.

Lenker-Handyhalterung, ideal für Kontrollfreaks, Orientierungslose und lange Rotphasen.

Codierungs-Aktionen. Was weg ist, ist weg.

Halstuch, schützt vor späteren Halsschmerzen durch Fahrtwind.

Teure Radreiseveranstalter. Wer keine 1200 € p.P. für 5 Tage durch Sachsen zahlen will, plant seine Tour einfach selbst.




Kommentar schreiben

Kommentare: 11
  • #1

    Feyza (Sonntag, 24 April 2016 20:41)

    Hey,
    Ich bin zufällig auf deinen Post gestoßen - keine Ahnung wie alt der ist, hab noch garnicht geguckt..- und finde ihn echt lustig und trotzdem informativ geschrieben. Ich habe ihn gern gelesen :)
    Lg feyza

  • #2

    Peter (Mittwoch, 16 November 2016 22:49)

    Hey,
    super Post, super Tipps, gut geschrieben!
    Danke!
    :-)

  • #3

    Christian (Mittwoch, 15 März 2017 06:07)

    Auch von mir großes Lob.
    Ich fahre ab morgen auch jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit.sind 12km eine Strecke

  • #4

    WattRad (Mittwoch, 15 März 2017 07:04)

    Sehr gut, einfach dranbleiben. Bis zum Herbst ist es dann schon Routine...�

  • #5

    Darius (Mittwoch, 19 April 2017 19:22)

    Was mich interessiert ob Sie es immer noch macht.

  • #6

    Anna (Sonntag, 11 März 2018 18:09)

    Ich überlege auch demnächst mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Ich würde rechnerisch für ca. 18km knapp über eine Stunde brauchen.
    Wie sind denn die Erfahrungen hinsichtlich der zusätzlich benötigten Zeit? Lohnt es sich oder stresst es nur?

  • #7

    WattRad (Sonntag, 11 März 2018 18:29)

    Hallo Anna,

    mit dem Pedelec (Pedego) braucht es für 18 km etwa 45-50 Minuten Fahrzeit, abhängig vom Streckenprofil un der Ampeln....ob es stresst? Nein warum sollte es?

    Viele Grüße
    WattRad Team

  • #8

    Pierre (Montag, 09 April 2018 12:25)

    Super geschrieben, habe viel gelacht, weiter so, auch wenn der Post schon ein paar Jahre her ist

  • #9

    Christine (Montag, 14 Mai 2018 08:55)

    Hallihallo,
    ein toller Bericht! Ich hab ihn gern gelesen und es hat mich sehr motiviert! Allerdings sind es bei mir 25 Kilometer über Land. die ich bewältigen müsste. Also bei ner Panne kann ich nicht in den Bus oder die nächste U-Bahn springen..Hat hier jemand einen Rat für mich in Sachen Ausrüstung für so eine lange Strecke auf der Landstraße? Ich würde hin mit dem Zug fahren und zurück mit dem Rad fürs erste..Habt ihr auch einen Tipp, wie man so lange gut durchhalten kann, wenn man kein Radsportprofi ist? Pulskontrolle oder ähnliches? Ich freue mich über einen Austausch!

  • #10

    WattRad (Montag, 14 Mai 2018 11:27)

    Hallo Christine,

    Das freut uns aber dass Dir der Blog Beitrag so gefällt. Kaufe dir am Besten ein Pannenspray das rettet dich zumindest bei kleinen Löchern im Schlauch. Für den Rundumschutz bieten aber auch Versicherer wie Enra zum Beispiel einen pickup Service an. Da kommt bei einer Panne von Dir tatsächlich ein ADAC Abschlepper und nimmt Dich mit...also nur Mut und viel Spaß bei deiner ganz eigenen E-Mobilität.

    Dein WattRad Team

  • #11

    Sabine (Montag, 14 Mai 2018 12:59)

    Hallo Zusammen,

    klasse Bericht!
    ich fahre auch seit einigen Jahren mit dem Rad zur Arbeit (mit Pannenspray und Luftpumpe im Rucksack :-)
    Und seit einigen Jahren bin ich auch aktive "Stadtradlerin", d.h. ich - als Teamkapitän - mache mit meinem Team bei der Aktion > STADTRADELN-vom Klima-Bündnis< mit.
    Bin mir sicher, daß Ihr die Aktion auch kennt.....wenn ihr sowieso schon radelt, oder auch erst startet, ist das eine weitere Motivation. Viel Spaß euch allen.